21. November 2015

Wintereinbruch

Die Heizung plätschert vor sich hin. Draußen fallen seit Tagen die Blätter, bald sind keine mehr übrig. Der Oktober zieht vorbei und führt uns sanft in die kalte Zeit; in die stille Zeit. Ich werde ruhig wenn die Bäume ihr Laub loslassen und die Berge im Nebel versinken. Die Farben sind warm, die Luft ist kalt. Da ist diese Frische in der Luft, die mich bei jedem Atemzug mit Leben füllt. Meine Wangen färben sich rot, ich vergrabe die Hände in den Jackentaschen; ziehe den Kopf ein und den Mantel fester zu. Aber das ist kein Rückzug, kein Verstecken, keine Resignation. Ein wohliges Einkuscheln, ein Ankommen in der neuen Jahreszeit. In der schönsten Jahreszeit.

Geschrieben habe ich diese Zeilen Ende Oktober, doch ich habe mich offensichtlich zu früh gefreut: Nachdem das Wetter im vergangenen Monat uns schon beinahe den Winter vorgegaukelt hatte, überraschte der November noch ein Mal mit einer warmen, fast frühlingshaften Atmosphäre. Für eine Liebhaberin der kühlen Jahreszeit waren die Temperaturen ja schon beinahe zu warm – zumindest für den November. Spätestens, als die Frühlingsjacke wieder herausgekramt werden musste, war es vorbei mit der (zugegeben etwas verfrühten) Weihnachtsstimmung.

Als ich heute früh die Fenster öffnete, konnte ich ihn aber endlich riechen: den Winter. Beinahe über Nacht ist die Temperatur gefallen, genauso wie die letzten Blätter von den Bäumen. Endlich können die Wollsocken, die Kuschelpullover, der heiße Tee und auch die ersten Weihnachtslieder voll genossen werden – Ich freue mich! Auf dem Heizkörper liegen jetzt Orangenschalen, die einen herrlich winterlichen Duft verbreiten. Sie riechen nach Kindheit, nach Winter und nach Weihnachten. Und gleich geht es nach draußen, um die kalte Luft ein wenig meine Wangen küssen zu lassen.

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